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Türchen 23 2019

Ich könnte ja ewig weitermachen dich hier zu waschen, zu halten und weiter zu beglücken, aber irgendwann sehen wir aus wie gewässerte Gummibärchen. Wenn man die Finger nicht voneinander lassen kann, ist so ein Rückzug aus dem Badezimmer ein gewagtes Vorhaben, ohne sich zu überschlagen, ineinander in dem Schlund der Lust zu versinken und etwas Land zu gewinnen. Aber nach einer Ewigkeit sind wir zumindest im Wohnzimmer angekommen. Der Weg aus dem Bad ist ohne rutschfeste Sohlen aber sicher nicht zu beschreiten gerade. Du bist so unfassbar Zucker und wir haben eine Menge zu lachen.
Zumindest sind wir trocken und haben wieder etwas an. Dein Blick, als du über deinen Bauch reibst und ein einziges Wort zum Besten gibst, ist wirklich das Süßeste, was ich je erlebt habe. Gespielt leidend kommt da nur ein „Hunger!“ während du mich mit großen Augen anschaust und im Uhrzeigersinn Kreise auf dein Shirt streichst.
„Ich kann gerne was kochen, aber was ist eigentlich mit Keks? Der war doch den ganzen Tag alleine?“ Erkundige ich mich nach dem kleinen, süßen Wollknäul. „Soll ich ein bisschen was einpacken und wir gehen zu dir hoch?“ Aus deinen Blicken kann ich meist schon die Antwort lesen. Dieses Mal ist dein Blick sehr liebevoll.
„Der kleine Frechdachs würde sich sicher freuen dich zu sehen. Der stand schon an der Tür und hat gemeckert, als du gegangen bist. Prima Idee, was gibt es denn?“
Bestand prüfend durchsuche ich den Kühlschrank. „Vegetarische Bolognese?“ will ich mit zugekniffenem rechten Augen wissen?! „Solange das nicht zum Standard wird? Mich musst du auch mit Fleisch füttern!“ tippst du dir auf die Brust. Ich lache laut und packe die Zutaten zusammen. Da wir weder im Hausflur noch beim Öffnen deiner Tür oder im Flur deiner Wohnung das rumalbern lassen können, muss der kleine Kater erst lautstark brüllen, um die angemessene Beachtung zu erhalten. Aber er fällt eher mich als dich an. Du nimmst mir die Zutaten aus der Hand und gehst mit einem angedeuteten Schmollen in die Küche, während ich mich zu Keks auf den Boden setze.
Irgendwann schaust du um die Ecke und erkundigst dich, ob wir dann bald mal fertig wären? Ich erkläre dem Kleinen, dass ich nur kurz unterbrechen muss, um jetzt kurz der Prinzessin was zu Essen zaubern zu können. So richtig einverstanden scheint er nicht, aber ich will ja keinen Ärger bekommen. Also ab in die Küche. Du legst mir deine Hand auf dem Rücken und meinst nur anschlagsfrech*: „Wenn ihr Jungs lieber unter Euch seid, dann gehe ich nach dem Essen gerne runter zu dir. Dann habt ihr was Zeit für Euch.“ Ich grinse nur und mache mich schon an die Arbeit. Um einen Topf bitte ich dich noch und eine Pfanne brauche ich. Alles geschnippelt und dann schnell was Leckeres gezaubert. Ich möchte mich nicht mit einer hungrigen Keksprinzessin anlegen.

 

*Läuft unter künstlerischer Freiheit 😉